f963822a 22a3 4d7a 80bd 48d5bf35ca24Nicht jeder verfolgt das Ziel nach unbekannten Orten zu reisen. Frau Tillmann, meine Spanischlehrerin, aber hat wohl erkannt, dass in mir immer der Wunsch war, meinen Horizont zu erweitern und neue Kulturen zu entdecken.

In diesem Sinne hat Frau Tillmann uns in ihrem Unterricht nicht nur den Unterrichtsstoff vermittelt, sondern uns auch ermutigt unser Potential zu entfalten. Dafür bin ich dankbar, denn durch das Engagement von Frau Tillmann wurde letztlich mein Wunsch Wirklichkeit. Ich konnte im November und Dezember für einige Wochen an einem Austauschprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen in Peru teilnehmen.

Kurz vor der Reise spürte ich sehr deutlich diese tiefe Sehnsucht nach entfernten Ländern und meine Vorfreude wuchs. Am besten lässt sich dieses Gefühl erklären mit dem ersten Satz des Liedes „Viajando por el mundo": „Salida del vuelo con destino a la felicidad." Ja, ich fühlte mich glücklich und durfte zur FELICIDAD fliegen.

Genauso freudvoll war mein Empfang bei der peruanischen Familie. Alle bewunderten meinen Namen, der nach der Inka-Mythologie eine Schlangengottheit verkörpert und die Verbindung zwischen Welten symbolisiert. Wow! Für die Inkas war ich also der Gott der Weisheit!

Mit dem Schulleben war ich überwiegend zufrieden. Enttäuschend war für mich, dass -außer Spanisch- alle Fächer auf Deutsch waren und - wieder Spanisch ausgenommen- vom Unterrichtsstoff die Schule dort nicht so weit ist, wie wir im THG. Aber das Lernklima war sehr positiv und motivierend. Sehr gefallen hat mir die Art der Betreuung: Diese war viel persönlicher und der Kontakt zu den Lehrern direkter, durch die Gruppierung in kleineren Klassen. (Eine Klasse besteht insgesamt aus 4 Schülern).

Im Fach Spanisch habe ich tatsächlich vieles Neues gelernt und die Lehrerin, die Frida Kahlo sehr ähnelte, hatte die Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln. Außerdem fand ich die Strukturierung der Pausen vorzüglich: Man hatte die Möglichkeit in verschiedenen Angeboten mitzumachen: Volleyball, Fußball, usw..

Weniger erfreulich war - in meinem Fall - die Fahrt zur Schule. Über 3 Stunden am Tag war ich mit dem Schulbus unterwegs. Aber dank dieses holprigen Weges hatte ich die Gelegenheit eine ungefilterte Realität kennen zu lernen. Peru befindet sich immer noch in einem Ausnahmezustand und auf den Weg zur Schule beobachtete ich verschiedene Sachen und durfte über Vieles reflektieren: In einem Land zu leben, wo manche Grundrechte, -wie z.B. die Bewegungsfreiheit- eigenschränkt sind und das Militär viel Präsenz zeigt, vermittelt kein freudiges Gefühl.

Natürlich durfte ich auch wunderschöne Dinge zu Gesicht bekommen, wie die atemberaubende Landschaft, die man nicht mit Wörtern beschreiben kann. Deshalb empfehle ich euch dorthin zu reisen. Manchmal muss man in die Ferne reisen, um zu sehen und um zu schätzen, was wir hier haben.

Muchos saludos,
Amaru