Der 18. März 2026 erlebte bundesweit die Premiere eines „Tages der Demokratiegeschichte“. Dazu aufgerufen hatten die Stiftung und die Arbeitsgemeinschaft „Orte der Demokratiegeschichte“ und verschiedene Initiativen: „Engagement braucht auch heute Haltung und historische Vorbilder, die aufzeigen, dass jede und jeder Einzelne etwas bewirken kann“, hieß es in dem Aufruf unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. In Recklinghausen wurde der Appell sofort aufgenommen und umgesetzt. Hier kooperierten Bildungseinrichtungen und Initiativen der Zivilgesellschaft, die sich seit langem in unserer Stadt für politische Bildung, Demokratieerziehung und Gedenkkultur engagieren. Bei zwei gut besuchten Veranstaltungen kooperierten VHS, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, der Verein für Orts- und Heimatkunde und THG. Am 18. März stand in der Volkshochschule die Gründung der zweiten Demokratie nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur im Zentrum der Betrachtung. Prof. Dr. Norbert Frei verdeutlichte dies am Beispiel „Konrad Adenauer. Kanzler nach der Katastrophe“. Unter Leitung von Dr. Ansgar Kortenjann wurde über die Bedeutung bis heute wichtiger Weichenstellungen diskutiert, darunter die Orientierung an den westlichen Demokratien, die deutsch-französische Freundschaft oder die europäische Einigung.
Am Donnerstagvormittag stellte sich Prof. Frei der Diskussion mit Schülerinnen und Schülern des THG und der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule in der Mensa des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Den Anstoß gab sein Überblick über die Intention und Argumentation der ersten Bundespräsidenten im Umgang mit der „Vergangenheitsbewältigung“, was wir heute als „Gedenkkultur“ verstehen. Auch dazu hatte Prof. Frei geforscht und publiziert. Die intensiven Fragestellungen der Schülerschaft machten das große Interesse deutlich. Den Schluss, den Schulleiter Jörg Schürmann daraus zog, teilen die anderen Mitveranstalter: „Der Tag der Demokratiegeschichte sollte fester Bestandteil der Bewusstwerdung für unsere Verantwortung für Demokratie und Menschenrechte werden.“
Text: G. Möllers (Verein für Orts- und Heimatkunde Recklinghausen)
Foto: J. Schürmann (Theodor-Heuss-Gymnasium)





