Das Fach Evangelische Religionslehre wird am Theodor-Heuss-Gymnasium zurzeit von zwei Fachkollegen unterrichtet, Frau Weiß und Herr Biewald.

Die Besonderheiten des Faches Evangelische Religionslehre

Schon kleine Kinder stellen die großen Fragen des Lebens: „Woher kommt die Welt?“, „Wo sind die Toten?“ oder „Wie sieht es im Himmel aus?“. Später heißen die Fragen unserer Schülerinnen  und Schüler: „Was ist Sinn und Ziel meines Lebens?“, „Was ist der Weg zum wahren Glück?“, „Was ist gut und böse?“, „Woher kommt das Leid?“ oder „Existiert Gott?“

Es ist wichtig, unseren Schülerinnen und Schülern einen verstehenden Zugang zu religiösen Weltdeutungen und Lebensweisen erschließen, ihnen zu helfen, einen eigenen Standpunkt zu religiösen Fragen zu entwickeln, und sie zu religiöser Toleranz und Dialogfähigkeit zu erziehen.


Die Fachgruppe Evangelische Religion im Schuljahr 2017/18: (von links) Jolene (Schülervertreterin), Frau Weiß (Lehrerin), Herr Fischer (Pfarrer), Frau Preißner (Elternvertreterin),Herr Biewald (Lehrer), Jonathan (Schülervertreter)

Die Schule trägt wesentlich zur Entfaltung einer freien und eigenverantwortlich handelnden Person bei. Dazu gehört neben den fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten auch, sich des Zusammenhangs von Wissen und Werten und der Bedeutung eigener Entscheidungen bewusst zu sein – im persönlichen Leben, in Politik und Gesellschaft und auch in religiösen Fragen. Religiöse Themen werden zwar auch in Fächern wie Deutsch, Geschichte, Politik, Kunst oder Musik behandelt. Eine kontinuierliche und systematische Beschäftigung mit religiösen Fragen und Inhalten erfordert jedoch ein eigenständiges Unterrichtsfach, das von speziell dafür ausgebildeten Lehrkräften erteilt wird.

Unser Religionsunterricht verbindet die Vermittlung von religiösem Grundwissen mit der Frage nach Orientierung für das eigene Leben. Schülerinnen und Schüler wollen wissen, welche Religionen es gibt, worin Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Religionen bestehen. Sie wollen aber auch wissen, was sie selbst glauben sollen, was wahr und richtig ist. Sie wollen darüber sprechen, ob das, was Christen oder Muslime oder andere glauben, glaubwürdig ist, ob dieser Glaube Orientierung auch für ihr eigenes Leben geben kann.

Der Religionsunterricht ist nicht neutral, sondern kann in der Begegnung mit einer bestimmten Glaubensüberzeugung und Glaubenspraxis gültige Lebensorientierung vermitteln. Im Religionsunterricht treffen Schülerinnen und Schüler auf Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Glaubensüberzeugung vertreten und sich dem Dialog mit ihnen stellen.

Sie können sich mit deren Ansichten auseinandersetzen und schließlich ihre eigene Überzeugung finden. Nach christlichem Verständnis gehört zur Freiheit immer auch die Freiheit zur Entscheidung, auf den Anruf Gottes zu antworten und in die Gemeinschaft mit ihm einzutreten.

Wie in kaum einem anderen Fach werden sie hier als Subjekte ihres Lebens angesprochen. Die Orientierung an den Schülerinnen und Schülern steht nicht im Gegensatz zur Fachlichkeit des Religionsunterrichts. Sie bestimmt jedoch die Art und Weise, wie im Religionsunterricht gelehrt und gelernt wird.